"Der Freischütz"
Romantische Oper von C. M. von Weber.
Die Premiere fand am 20. Januar 2007 am Mainfranken Theater Würzburg statt.

Foto: Falk von Traubenberg
Besetzung:
Musikalische Leitung - Jin Wang
Inszenierung - Raik Knorscheidt
Bühne - Ruth Schaefer
Kostüme - Götz Lanzelot Fischer / Ruth Schaefer
Ottokar - Uwe Schenker-Primus
Cuno - Ion Bric
Agathe - Anja Kaesmacher / Brigitte Wohlfarth
Ännchen - Silke Evers
Caspar - Johan F. Kirsten
Max - Heiko Börner
Ein Eremit - Michail Litmanow
Kilian - Young-Joo Kim
Brautjungfern - Sarah Maria Bahr, Ikuko Miyamoto, Sandra Harnisch, Hiroe
Ito,
Samiel - Maria Vogt

Foto: Falk von Traubenberg
Carl Maria von Webers „Der Freischütz“ hatte schon im Vorfeld für bertächtliche Turbulenzen am Mainfranken Theater gesorgt. Nachdem Schauspieldirektor Bernhard Stengele, in der Jahresvorschau als Regisseur genannt, Abstand von der Produktion genommen hatte, erfolgte die Verpflichtung Roland Veltes, der jedoch auf Grund einer Erkrankung nach beendeter Vorarbeit und ohne die eigentliche Probenphase begonnen zu haben, ebenfalls absagen musste. Nun entschloss sich die Theaterleitung dazu, Raik Knorscheidt zu verpflichten, der in der fertigen Ausstattung und basierend auf dem beabsichtigten Konzept die Fertigstellung übernahm, und das gelang ihm erfreulicherweise in einer Form, die nie an Schadensbegrenzung denken ließ. In einem düsteren Kammerspiel sorgt die zusätzlich eingebrachte Figur des Sepherl, eines geistig behinderten Jungen, der sich dauernd in den Brennpunkt des Geschehens schiebt und es ausgezeichnet versteht die Ereignisse in erschreckende Bahnen zu lenken, für beklemmende Stimmung.
Opernglas, März 2007

Foto: Falk von Traubenberg
Der Würzburger GMD setzt auf Tempo und Theatralik, und das passt vorzüglich zu dem, was der nicht nur in Chor- und Personenführung sehr begabte Raik Knorscheidt oben auf der Bühne veranstaltet. Er erfindet eine Figur hinzu, die man früher kurz als Dorfdepp titulierte: ein geschickter Kunstgriff, der die Überarbeitung der alten Velte-Inszenierung zu seiner eigenen Sache macht.
Opernwelt, März 2007

Foto: Falk von Traubenberg
Konsequent verzichtet Knorscheidt auf symbolträchtige Accessoires, das traditionelle Freikugel „Brimborium“, aktualisiert dezent die Dialoge und legt die Abgründe der Seelen von Max, Caspar, Agathe und Ännchen in einer furios choreografierten, gespenstisch grün-rot ausgeleuchteten Wolfsschluchtszene frei.
Fazit: Eine überaus anregende und nicht nur wegen des musikalischen Hochgenusses zu empfehlende Aufführung.
Tauber-Zeitung, 27. Februar 2007

Foto: Falk von Traubenberg
In der Inszenierung der romantischen Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber, die am Mainfranken Theater Würzburg eine ebenso bejubelte wie ausgebuhte Premiere hatte, gibt es trotz aller Kargheit packende, in raffiniertes Licht getauchte Bilder.
Der Regisseur liefert keine Wohlfühl-Oper ab. Er entzaubert – wie die schwarzen Kostüme der Dorfbewohner.
Vieles wird nonverbal gesagt in der Geschichte um Max und die Magie des Freischusses. Dazu trägt die Figur des Sepherl bei, einen vom Regisseur erfundenen behinderten Jungen.
Leporello, Februar-März 2007

Foto: Falk von Traubenberg
Im wesentlichen lang anhaltender Beifall für die musikalisch und gesanglich exzellent gelungene und auch spannende Inszenierung war die Reaktion des Premierenpublikums, das damit deutlich machte, dass der Besuch dieses Werkes im Mainfranken Theater in jedem Fall empfehlenswert ist und sicherlich Freude und Genuss bietet.
Rhein-Neckar-Zeitung, Nordbadische Nachrichten,
27. Januar 2007

Foto: Falk von Traubenberg
Seinem „Freischütz“ drückt er mit Hilfe der jungen Schauspielerin Maria Vogt seinen ganz eigenen Stempel auf: Mit grandioser Körpersprache mimt sie einen geistig und körperlich behinderten Knaben, der bei Tag die Innenwelt der Protagonisten spiegelt. Doch auch dieser reine Tor hat seine dunkle Abseite: Beim Freikugelngießen wird er zum Dämon Samiel, dem schwarzen Jäger. Ein grandioser Kunstgriff einer in sich stimmigen Inszenierung hoher musikalischer Qualität.
B4 Allegro

Foto: Falk von Traubenberg
Aber die Regie-Idee macht die Würzburger Aufführung - dank des intensiven Spiels von Maria Vogt vom Schauspielensemble – zu einem etwas anderen „Freischütz“. Und zwar zu einem sehr wirkungsvollen.
Die surreal grün-rot ausgeleuchtete Wolfsschluchtszene ist ein wahrer Hexensabbat – und findet im Schlafzimmer statt.
Knorscheidt macht die romantische Oper zum packenden Nachtstück über die Abgründe der Seele und zeigt, dass Romantik im Kopf stattfindet und nicht zwangsweise Waldeslust, Hirschgeweih und plüschige Ausstattung braucht.
Mainpost & Volksblatt, 22. Januar 2007
Für mich sind die Folgenden Zeilen die schönste Kritik:
Ich heiße Kristina und bin 13 Jahre alt!
Ich habe den Freischütz im Mainfranken Theater gesehen und fande die Inszenierung wundervoll! Großes Kompliment!
Foto: Falk von Traubenberg